Digitale Immobilienkommunikation
1. Auflage 2012, 148 Seiten, Paperback
39,00 €
Bild: nik
Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank schließt das Geschäftsjahr 2011 mit einer Gewinnverdopplung ab. Auch im Schlussquartal wurde der Vorjahreswert getoppt. Eine Fortsetzung der Gewinnsteigerung in diesem Jahr ist allerdings nicht zu erwarten: Bankchef Wolf Schumacher erwartet einen "merklichen Rückgang des Zinsüberschusses".
2011 lief für die Aareal Bank rund: Das Konzernbetriebsergebnis wuchs nach vorläufigen Zahlen um 38% auf 185 Mio. Euro, was vor allem an dem kräftigen Anstieg des Zinsüberschusses (von 509 Mio. auf 547 Mio. Euro) lag. Höhere durchschnittliche Margen im Kreditgeschäft trugen dazu bei. Auf der anderen Seite schmälerte das niedrige Zinsniveau die Margen im Einlagengeschäft mit der Wohnungswirtschaft.
Neue Immobilienkredite (inkusive Prolongationen) sagte die Bank im Umfang von 8 Mrd. Euro zu (Vorjahr: 6,7 Mrd. Euro). Der Anteil des echten Neugeschäfts stieg auf über 60% bzw. 5 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,6 Mrd. Euro). In Deutschland wurden 679 Mio. Euro Erstkredite vergeben.
Erhöhter Provisionsüberschuss
Auch der Provisionsüberschuss erhöhte sich spürbar um 17% auf 144 Mio. Euro. Hier sorgten u.a. die gesunkenen Aufwendungen für die SoFFin-Garantien (von 30 Mio. auf 21 Mio. Euro) für Entlastung. Nach Steuern, Anteilen Dritter und der Nettoverzinsung für die stille Einlage des SoFFin verbleibt ein Konzerngewinn von 93 Mio. Euro - doppelt so viel wie ein Jahr zuvor.
Bei der Risikovorsorge blieb die Aareal Bank mit 112 Mio. Euro im zuvor kommunizierten Rahmen. Das Gros der Kreditausfälle entfiel auf nordeuropäische Staaten und Italien. Auf das 24,2 Mrd. Euro schwere Immobilienportfolio bezogen, liegen die Risikokosten bei 48 Basispunkten (Vorjahr: 46 Basispunkte).
Niedrigeres Ergebnis für 2012 erwartet
Für dieses Jahr geht Aareal-Bank-Chef Schumacher von einem niedrigeren Ergebnis aus. Als Reaktion auf die "nachhaltige Abschwächung des Wirtschaftswachstums" fährt die Bank eine "sehr vorsichtige Liquiditäts- und Anlagestrategie", die sich in einem "merklichen Rückgang des Zinsüberschusses im laufenden Jahr" bemerkbar machen wird. "Die Rahmenbedingungen für das laufende Jahr haben sich verschlechtert. Als vorsichtige Kaufleute müssen wir dem Rechnung tragen", sagt Schumacher.
Konkret bedeutet das, dass die Aareal Bank einen Teil ihrer liquiden Mittel bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anlegen wird bzw. dies bereits im vergangenen Jahr getan hat. Zum Stichtag 31. Dezember 2011 summierten sich die EZB-Einlagen auf 1,3 Mrd. Euro. Für 2012 soll das durchschnittliche Einlagevolumen zwischen 3 Mrd. und 4 Mrd. Euro liegen. Die EZB sei ein sicherer Hafen und eine temporäre Lösung, wie Schumacher am heutigen Donnerstag Mittag vor Journalisten betonte.
Im Neugeschäft wird die Bank das hohe Volumen aus 2012 deutlich zurückfahren. Ohne Prolongationen sollen rund 2 Mrd. Euro zugesagt werden. Den Rückgang erklärt Schumacher mit der Sondersituation im Jahr 2011, als durch eine Kapitalerhöhung frische Mittel für die Vergabe neuer Kredite zur Verfügung standen. Eine erneute Kapitalerhöhung ist für 2012 nicht vorgesehen.
| Unternehmen: | Aareal Bank [500] |
|---|---|
| Organisationen: | Europäische Zentralbank (EZB) [146] |
| Personen: | Wolf Schumacher [86] |
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