IMMOBILIEN ZEITUNG – AKTUELLE AUSGABE

Immobilien Zeitung vom 05.03.2009

Hotelfonds

Managementverträge sind wieder out

Mittels Fondskonstruktionen über Luxemburg wollten sich Union Investment Real Estate (UIRE) und Deka Immobilien die Möglichkeit eröffnen, Hotels mit Managementverträgen zu kaufen (IZ 7/08). Durch die Krise am Hotel- und Immobilienmarkt sind für Investoren Managementverträge aber wieder out, bevor sie jemals richtig in waren: Die Luxemburg-Vehikel liegen derzeit auf Eis.

"Anleger suchen heute vordringlich konservative Produkte", erläutert Peter Holtgreve, Leiter des Fondsmanagements Institutionelle bei der Deka-Tochter WestInvest, warum der ursprünglich für vergangenes Jahr geplante Fonds nach Luxemburger Recht erst einmal doch nicht kommt. Institutionelle Investoren würden derzeit Ruhe und Stabilität bei einer angemessenen Wertentwicklung bevorzugen, und für solche Investments sehe es derzeit am Markt gut aus. "Die Renditen im Festpachtbereich mit guten, bonitätsstarken Pächtern sind auskömmlich." Außerdem habe sich eine Interpretation des novellierten Investmentgesetzes durchgesetzt, nach der auch bei deutschen Fonds 20% Managementverträge möglich seien.

Für den jetzt mit dem Kauf des NH Hotel Frankfurt City gestarteten Hotelfonds im Rahmen der Bausteinreihe WestInvest InterSelect habe man aber ausschließlich Festpachtverträge im Blick, sagt Holtgreve. Gesucht werden Vier- bis Fünf-Sterne-Hotels; derzeit laufen Gespräche für den Kauf noch eines Hauses in Deutschland sowie weiterer in Skandinavien und Österreich. Bis zum Jahresende soll der Fonds "mehr als drei Objekte" umfassen.

"Wir sind im Moment froh, für unsere aktuell 19 Hotels ausschließlich Pachtverträge zu haben", betont auch UIRE-Vorstand Frank Billand, verweist aber gleichzeitig darauf, dass Managementverträge in anderen Marktphasen sinnvoll sein können. Nichtsdestotrotz ist das ebenfalls für 2008 geplante Investitionsvehikel über Luxemburg zurückgestellt. Priorität sei derzeit, in die bestehenden Fonds zu investieren und die Hotelquote dort auszuweiten. Investitionsziel für Hotelankäufe 2009 sind 170 Mio. Euro.

In diesem Rahmen wurde auch eine Kooperation mit der nach eigenen Angaben mit 150 Häusern in Betrieb oder Entwicklung größten skandinavischen Kette Scandic abgeschlossen und ein Vertrag für ein Vier-Sterne-Hotel mit 325 Zimmern im Hamburger UniImmo-Fondsobjekt Emporio unterzeichnet. Hatte sich Scandic hierzulande seinerzeit mit der eigenen Marke zurückgezogen und sich auf den Betrieb von Holiday-Inn-Häusern konzentriert, hat die Kette unter dem neuen Eigentümer EQT (seit 2007) Deutschland als einen von zwei Schlüsselmärkten für die weitere Expansion ausgerufen. Ziel sei es, zunächst die sechs bis acht größten Städte zu besetzen, erklärt Scandic-Chef Frank Fiskers. In Berlin ist ein Mega-Projekt mit 572 Zimmern im Bau, für München gibt es Gespräche mit der UIRE.
Planmäßig gestartet ist dagegen Mitte Februar der Hotelfonds à la Luxemburg des deutsch-dänischen Investors Euro Ejendomme (EE). Allerdings wollte der Fonds nie in Managementverträge investieren; der Umweg über Luxemburg hat vor allem steuerliche Gründe. Der Fonds (geplantes Volumen 500 Mio. Euro, davon 200 Mio. Euro Eigenkapital) soll ausschließlich in Häuser mit Festpachtverträgen mit mindestens noch 15 Jahren Laufzeit investieren und so „uns und unseren Investoren eine ruhige Nacht verschaffen“, erläutert EE-Chef Marc Thiel. Zielobjekte sind Zwei- bis Vier-Sterne-Häuser im deutschsprachigen Raum. Bis Anfang Mai hofft Thiel auf 50 Mio. Euro eingeworbenes Eigenkapital, dann könnten zur Jahresmitte die ersten Käufe erfolgen. (pm)

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