IMMOBILIEN ZEITUNG – AKTUELLE AUSGABE

Immobilien Zeitung vom 19.02.2009

Metropolregion Rhein-Neckar

Wo sich der Wohnungsbau lohnt

Das Institut für innovatives Bauen (iib) hat den ersten Wohnmarktatlas für die Metropolregion Rhein-Neckar vorgelegt, der sehr detailliert auf die Situation von 54 Kommunen eingeht. Schritt für Schritt sollen die anderen deutschen Regionen folgen.

Transparenz wird für Investoren bei der Standortsuche immer wichtiger. Bislang liegen aber für viele Regionen noch keine übergreifenden Marktinformationen vor. Oft wollen oder können sich gerade die kleineren Städte und Gemeinden eine umfangreiche Marktforschung nicht leisten. Das Resultat ist, dass bei der Baulandausweisung gravierende Fehler gemacht werden und die Gemeinden auf ihren Grundstücken sitzen bleiben. Nun hat das Schwetzinger Institut für innovatives Bauen die Städte Mannheim und Heidelberg sowie weitere 54 Gemeinden unter die Lupe genommen.

Attraktive Wohnstandorte

Die Untersuchung zeigt unter anderem, dass Wiesloch, Weinheim, Walldorf, Schries­heim und Ladenburg die höchste Wohn­attrakti­vität besitzen. Dabei bezieht das iib neben der Wirtschaftskraft des Standorts dessen Infrastruktur, demografische Daten, kulturelle Angebote und landschaftliche Aspekte in die Bewertung mit ein. "Die Analyse hatte auch für uns einige Überraschungen parat", sagt iib-Geschäftsführer Peter Hettenbach. So wird etwa in den Gemeinden Ilvesheim und Rauenberg ein Vielfaches dessen genehmigt, was in der Folge nachgefragt wird. In Ilvesheim steht einer jährlichen Nachfrage von durchschnittlich 19 Eigenheimen ein im Jahr 2007 genehmigtes Neubauvolumen von ca. 100 Häusern gegenüber. In Rauenberg ist das Verhältnis 45 zu 27. "Für die Verkäufer dieser Häuser wird es nicht einfach", sagt Hettenbach. Andere Gemeinden wie z.B. Schwetzingen verlieren dagegen jedes Jahr rund 100 Einwohner, weil Neubaugebiete fehlen.

Oft übersteige die Vermarktungsdauer die Wünsche der Investoren. "Die Vermarktungszeiten der Kommunen bieten auch wichtige Hinweise darauf, was auf dem Markt gefragt ist", sagt der iib-Chef. Wenn beispiels­weise trotz einer allgemein hohen Nachfrage bestimmte Wohnformen schwer vermarktbar seien, hätten die Bauherren am Bedarf vorbei gebaut. In manchen Orten zeigt der Marktatlas, dass sich dort gebrauchte Wohnungen schneller vermarkten lassen als Neubauten. "Kommunen müssen zudem in ihre Stand­ortbewertungen einbeziehen, dass gerade in den ländlichen Gegenden durch die Veränderung der demo­grafischen Struktur immer mehr Gebraucht­immobilien auf den Wohnungsmarkt ge­­schwemmt werden, sonst ist ein Wertverlust vorprogrammiert." (law)

Tipp: Der Wohnungsmarktatlas Rhein-Neckar kann beim iib (www.iib-institut.de) unter 06202/9504910 bestellt werden und kostet 400 Euro.

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