IMMOBILIEN ZEITUNG – AKTUELLE AUSGABE
Immobilien Zeitung vom 07.08.2008
Logistikimmobilien
Mit Vollgas an die Peripherie
Ein Sektor ist vom Einbruch auf dem deutschen Transaktionsmarkt bislang noch unberührt geblieben: Mit Logistik- und Industrieimmobilien wurden im ersten Halbjahr 2008 satte 20% mehr umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Auch die Vermietungen zogen um 10% an, wie Jones Lang LaSalle berichtet.
In den ersten sechs Monaten 2008 wurden Lagerhallen für 1,2 Mrd. Euro gehandelt. Ein Viertel davon entfiel auf Portfoliotransaktionen. 50% der Gesamtsumme ließen sich den Investmenthochburgen Hamburg (137 Mio. Euro), München und Düsseldorf (je über 100 Mio. Euro), Frankfurt und Berlin zuordnen. Im Fokus der Anleger standen Logistikzentren; sie stellten 65% des Transaktionsvolumens. Die wichtigsten Käufergruppen waren geschlossene Fonds (280 Mio. Euro) und andere Fondsmanager (370 Mio. Euro). In der zweiten Jahreshälfte erwarten die Makler bei institutionellen Investoren nicht nur weitere Zukäufe, sondern auch erste Einzelverkäufe aus zuvor erworbenen Portfolios.
Das starke Interesse der Investoren hielt auch die Renditen im laufenden Jahr recht stabil. Seit dem Höchststand der Kaufpreise Mitte 2007 sind die Anfangsrenditen für Spitzenprodukte JLL zufolge um 45 Basispunkte auf 6,45% gestiegen, schwächere Qualitäten sind für durchschnittlich 7,3% zu haben. Für das Gesamtjahr rechnen die Makler nicht zuletzt dank des steigenden Produktangebots und der gesunkenen Preise mit einem Transaktionsumsatz um die 2 Mrd. Euro und damit einem Ergebnis deutlich unter dem Rekordwert von 2007 (2,5 Mrd. Euro).
Auch auf dem Vermietungsmarkt für Lagerflächen wird das letztjährige Rekordvolumen von 3,9 Mio. qm wohl nicht noch einmal zu toppen sein, schätzt JLL. Mit einem Halbjahresergebnis von 1,9 Mio. qm wurde 2008 ein respektabler Wert von 10% über den Zahlen von 2007 erreicht. Gut zwei Drittel des Umsatzes wurde in Hallen außerhalb der fünf Zentren gemacht. Die gute Flächennachfrage werde auch in der zweiten Jahreshälfte anhalten, schätzt Rainer Koepke, Leiter Industrieimmobilien bei JLL. Dementsprechend geht er von einem Ergebnis auf Vorjahreshöhe aus. Vor allem die Grundstücke außerhalb der Ballungsräume werden immer mehr Nutzer anziehen, so Koepke. Die diesjährigen Top-Deals an der Peripherie fanden in Kitzingen, Schwerte, Dingolfing, Herbrechtingen und Salzgitter statt. (mol)

